"Beten wir zu Gott füreinander; wenn wir so gegenseitig die Last der Liebe tragen, erfüllen wir leicht das Gesetz Christi." Hl. Klara von Assisi

Fest der hl. Klara 2017

Zum Fest der hl. Klara grüßen wir Sie alle von Herzen, die Sie unserem Konvent verbunden sind!

Dieses für uns so wichtige Fest ist uns eine Gelegenheit, Ihnen für all das zu danken, womit Sie uns beschenken und uns damit dieses Leben ermöglichen. Den Dank legen wir in unserem Beten Gott ans Herz, dass Er es Ihnen mit Seinem Segen vergelte!

Es ist nicht selbstverständlich, dass Sie uns unterstützen, denn für viele ist diese Lebensweise mit vielen Fragezeichen behaftet. Sie entdecken die Botschaft dieser Lebensform nicht, die jedoch gerade in unserer gegenwärtigen Zeit so aktuell ist wie zur Zeit der hl. Klara.

In einer Zeit der Individualisierung und Vereinzelung setzt Klara auf Gemeinschaft. In einer Zeit der stürmischen Wörterüberflutung hält sie den "Hafen des Schweigens" (eine Formulierung von Johannes Cassian) offen für alle, die sich neu verankern wollen. In einer Zeit der mobilen Heimatlosigkeit zeigt sie mit ihren Schwestern Leben an einem einzigen beziehungsreichen Ort. In einer Zeit der Unverbindlichkeit setzt sie auf Verbindlichkeit und Treue. Für sie war und für uns ist die Beziehung zu dem lebendigen Gott der Garant der Fülle des Lebens in den kleinen Alltagswegen.

„Die Menschen unserer Tage kommen oftmals zu uns in ihrer Existenznot, ihrer Sinnsuche und Glaubensschwäche, auf der Suche nach Freude und Gottesnähe, nach Frieden und einem liebenden Miteinander“, erklärt Sr. M. Daniela. Und in diese Situation hinein wünscht sie ihnen mit der hl. Klara: „Freue dich stets im Herrn und nicht mögen Bitterkeit und widrige Dinge dich umstricken.“ Sie gibt die Aufforderung der Heiligen weiter: „Lasst uns Gott füreinander bitten, die Last der Liebe zu tragen.“

Sr. Maria Klara lenkt den Blick auf „die vielen Menschen, die heute auf der Flucht sind. In größter Not müssen sie ihr Hab und Gut verlassen. Sie stehen buchstäblich vor dem Nichts. Doch wer mit seinem Schicksal nicht hadert, bekommt viel geschenkt.“ Dabei kommen ihr die Worte ihrer heiligen Namenspatronin in den Sinn: „O selige Armut, denen, die sie lieben und umfangen, gewährt sie ewige Reichtümer! O heilige Armut! … O milde Armut! Sie hat der Herr Jesus Christus, der Himmel und Erde regierte und regiert, der auch sprach und es ward, vor allem anderen erwählt und an sich gezogen.“ „Wenn wir uns – so sagt Sr. Maria Klara weiter – in Demut, Liebe, Gehorsam und Geduld mit Christus in jeder Lage des Lebens verbinden, bekommen wir großen Reichtum geschenkt. In der Tiefe der Verbindung des Herzens mit Gott heilen die Wunden der Seele und erstrahlen die Geschenke der Armut, die selig, heilig und milde gepriesen wird und aus denen Kraft für das tägliche Leben erwächst.“

Während Sr. M. Regis die vielen Menschen wahrnimmt, die sich selbst den Zugang zu Gott oder zueinander versperren, und Sr. Maria Gabriele den Frieden als wichtigstes Anliegen in ihr Gebet nimmt, sieht Sr. M. Conrada das heute drängendste Problem in der zunehmenden Gewaltbereitschaft der Menschen. Da hinein klingen die Worte der hl. Klara tröstlich: „Fürchte dich nicht, der in all seinen Worten getreue und in all seinen Werken heilige Gott wird über euch seinen Segen ausgießen. Er wird euer Helfer und bester Tröster sein.“ Darin sieht Sr. M. Conrada wirklichen Trost: „der Herr wird über die Welt seinen Segen ausgießen. Gott ist der Treue, der die Menschen im Blick hat, der sieht was geschieht und mit-leidet. Er wird in aller Not, die gewalttätige Menschen verursachen, unser Helfer und Tröster sein.“
Als vor 800 Jahren das Kloster der hl. Klara von heranstürmenden Soldaten bedroht wurde, hatten sie und ihre Schwestern große Angst vor dieser entfesselten Gewaltbereitschaft. Was sie ihnen entgegenhält, sind nicht menschliche Kraft und Waffen, sondern ein kleines kostbares Kästchen, in dem die hl. Eucharistie aufbewahrt wurde. Nicht unsere eigene kleine Kraft ist ausschlaggebend, sondern die im Zeichen der Eucharistie für uns hingegebene Liebe Gottes. Das Vertrauen in Ihn ist die wirkliche Macht.

Damals betete Klara nicht nur für ihr eigenes Kloster, sondern auch für die Stadt, von der sie so viel Gutes erfährt. Das ist auch unser Gebet heute für Sie alle, dass Gott Sie in aller Not und Bedrängnis behüten möge.

Von Herzen laden wir Sie ein, mit uns am Fest der hl. Klara, am 11. August, in der feierlichen Vesper um 17.15 h im Dom zu Münster Gott für diese Heilige zu danken.

Im Gebet Ihnen verbunden,
Ihre Klarissen am Dom zu Münster